TCO statt Stückpreis
Wie die richtige Dichtung Betriebskosten senkt und Anlagenstillstände reduziert
Wenn über Dichtungen entschieden wird, steht häufig zuerst der Einkaufspreis im Fokus. Das ist nachvollziehbar, denn schließlich ist der Preis unmittelbar sichtbar und leicht vergleichbar. Doch bei genauer Betrachtung macht der Anschaffungspreis oft nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Kosten einer Dichtstelle aus.
Genau hier setzt der Ansatz des Total Cost of Ownership (TCO) an. Er betrachtet nicht nur die Investition beim Kauf einer Dichtung, sondern die gesamten Kosten, die während der Nutzung entstehen.
Damit rücken Faktoren in den Mittelpunkt, die für Instandhalter, Betriebsleiter und Einkäufer gleichermaßen relevant sind: Anlagenverfügbarkeit, Wartungsaufwand, Sicherheit, Emissionen und die Lebensdauer einer Dichtung.
Die versteckten Kosten einer Dichtstelle
Eine Dichtung ist im Verhältnis zu einer kompletten Anlage meist ein kostengünstiges Bauteil. Dennoch kann ihre Leistung erhebliche Auswirkungen auf die Betriebskosten haben.
Fällt eine Dichtung vorzeitig aus oder müssen Dichtstellen regelmäßig nachgezogen bzw. gewartet werden, entstehen häufig Kosten, die den eigentlichen Einkaufspreis um ein Vielfaches übersteigen:
- ungeplante Anlagenstillstände
- Produktionsausfälle
- zusätzliche Wartungseinsätze
- erhöhter Personalaufwand
- Emissionen und Produktverluste
- Sicherheitsrisiken für Mitarbeiter und Umwelt
Der eigentliche Kostenfaktor ist daher oft nicht die Dichtung selbst, sondern die Auswirkung ihrer Leistung auf den Anlagenbetrieb.
Warum die Dichtstelle betrachtet werden muss
Bei der TCO-Betrachtung geht es nicht ausschließlich um die Dichtung als Produkt, sondern um die gesamte Dichtstelle und die Betriebsparameter.
Die Wirtschaftlichkeit wird durch viele Einflussgrößen bestimmt:
- Betriebsdruck und Temperatur
- Medium
- Prozess- und Betriebsbedingungen
- Flanschzustand
- Montagequalität
- Wartungsstrategie
- Auswahl des geeigneten Dichtungswerkstoffs
Die technisch passende Dichtung kann dazu beitragen, Wartungsintervalle zu verlängern, Emissionen zu reduzieren und die Anlagenverfügbarkeit nachhaltig zu erhöhen. Dadurch entstehen Einsparungen, die den ursprünglichen Preisunterschied zwischen zwei Dichtungslösungen häufig deutlich übersteigen.
Anlagenstillstände sind oft der größte Kostenblock
Besonders deutlich zeigt sich der TCO-Ansatz bei geplanten und ungeplanten Stillständen.
In einem Praxisfall aus der Prozessindustrie konnte durch den Wechsel auf eine langlebigere Dichtungslösung die Standzeit einer Wärmetauscherdichtung von sechs Monaten auf mehrere Jahre erhöht werden. Die eigentliche Einsparung entstand dabei nicht durch geringere Kosten der Dichtung, sondern durch reduzierte Wartungsarbeiten und deutlich weniger Anlagenstillstände. Die daraus resultierenden Einsparungen lagen um ein Vielfaches über dem Preis der eingesetzten Dichtung.
Für Instandhalter bedeutet dies weniger Wartungsaufwand. Für Betriebsleiter steigt die Anlagenverfügbarkeit. Und für Einkäufer wird deutlich, warum die wirtschaftlichste Lösung nicht zwangsläufig die günstigste im Einkauf sein muss.
Sicherheit und Emissionen als wirtschaftliche Faktoren
Neben Stillständen gewinnen Sicherheit und Emissionen zunehmend an Bedeutung.
Leckagen können nicht nur Produktverluste verursachen, sondern auch Sicherheitsrisiken sowie zusätzliche Kosten durch Umweltauflagen und Emissionsvorgaben nach sich ziehen. Moderne Dichtungslösungen können dazu beitragen, Leckageraten zu reduzieren und dadurch die Betriebssicherheit und Umweltperformance einer Anlage zu verbessern.
Gerade in der chemischen Industrie, Energieversorgung und anderen prozessintensiven Branchen wird die Betrachtung von Emissionen daher zunehmend Bestandteil von Investitions- und Beschaffungsentscheidungen.
Die richtige Dichtung als wirtschaftlicher Hebel
Ein modernes Dichtungsportfolio bietet heute für unterschiedlichste Anwendungen spezialisierte Lösungen. Hochleistungswerkstoffe können je nach Einsatzgebiet dazu beitragen, die Lebensdauer von Dichtungen zu erhöhen, Wartungsintervalle zu verlängern und die Betriebssicherheit zu verbessern.
Ein Beispiel hierfür sind PTFE-basierte Hochleistungswerkstoffe wie KLINGER® top-chem 2000, die insbesondere in anspruchsvollen chemischen Anwendungen aufgrund ihrer hohen Beständigkeit und langen Standzeiten eingesetzt werden. Die eigentliche Stärke solcher Lösungen geht weit über das Produkt selbst hinaus und liegt im wirtschaftlichen Nutzen, den sie über den gesamten Lebenszyklus einer Dichtstelle erzeugen können.
Fazit: TCO statt Stückpreis
Wer Dichtungen ausschließlich über den Stückpreis bewertet, betrachtet nur die Spitze des Eisbergs. Die wesentlich größeren Kosten entstehen häufig erst während des Betriebs.
Der TCO-Ansatz hilft dabei, diese versteckten Kosten sichtbar zu machen und Entscheidungen auf einer breiteren wirtschaftlichen Grundlage zu treffen.
Nicht der Preis einer Dichtung entscheidet über die Wirtschaftlichkeit. Entscheidend ist, welchen Beitrag die gesamte Dichtstelle zu Verfügbarkeit, Sicherheit, Emissionsreduzierung und langfristig niedrigen Betriebskosten leistet.
KLINGER® top-chem 2000
Mit der KLINGER® top-chem 2000 steht Anwendern eine PTFE-Hochleistungsdichtung zur Verfügung, die Maßstäbe setzt: Sie ist die einzige PTFE-Dichtung mit Fire-Safe-Zertifizierung und vereint herausragende chemische Beständigkeit mit hoher mechanischer Belastbarkeit. Gerade in anspruchsvollen Prozessanlagen, in denen Sicherheit und Zuverlässigkeit höchste Priorität haben, bietet sie entscheidende Vorteile gegenüber herkömmlichen PTFE-Materialien.
Stellen Sie jetzt Ihre Fragen an unseren Experten:
» Gerald Klein, Produktmanager Dichtungen Anwendungstechnik bei KLINGER Germany
» Tel: +49 6126 4016 38 Email: gerald.klein@klinger.de
» Stefan Keck, Produktmanager Dichtungplatten bei KLINGER Germany
» Tel: +49 6126 4016 35 Email: stefan.keck@klinger.de